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Landesverband Hannoverscher Imker e.V.

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Cord Henry Lankenau

Ministerempfang 30.05.2017

Für den 30. Mai 2017 hat der Niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Christian Meyer, neben den Landesverbänden Hannoverscher Imker e. V. und der Imker Weser Ems e. V. die Verbände der Rassegeflügel- und Rassekaninchenzüchter zu einem Empfang im Hotel „Niedersachsenhof“ in Verden eingeladen. Neben dem Minister waren Frau Dr. Johanne Waßmuth, Frau Dr. Nina Ahrens und Dr. Werner von der Ohe erschienen. Zu diesem Gedanken- und Informationsaustausch begrüßte Minister Christian Meyer 50 Gäste und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Verbänden im abgelaufenen Jahr.

Minister Meyer schilderte zunächst die Probleme, die den Geflügelzüchtern besonders durch die Vogelgrippe entstanden seien. Die unterschiedlichen Sperrbezirke führten zu einer Begrenzung der Biodiversität.

Es seien auch erhebliche wirtschaftliche Probleme dadurch entstanden, dass Eier von an sich im Freiland, jetzt aber in Bodenhaltung gehaltenen Hühnern nicht mehr mit dem Qualitätsmerkmal verkauft werden konnten.

Die Frage, wie eine Ausbreitung bzw. Entstehung der Seuche bei Beständen in Ställen möglich war, ist ungeklärt und deutet auf eine Übertragung der Erreger durch Menschen hin.

Zunächst wurden die Vertreter der Landesverbände Weser Ems und Hannover aufgefordert, ihre Anliegen darzustellen.

Jürgen Frühling wies auf den beträchtlichen Zuwachs von etwa 700 neuen Mitgliedern hin und sah darin einen Hinweis auf die Bedeutung der Biene in der Öffentlichkeit. Erfreulich sei auch das Verhältnis zur Landwirtschaft, die durch Bestellung von Blühstreifen und Blühflächen mit bienen- und insektenfreundlichen Pflanzen einen positiven Beitrag für Naturschutz und Imkerei leiste. Leider waren die Völkerverluste im vergangenen Winter sehr hoch. Frühling wies darauf hin, dass das Verbot der Verwendung von Ätznatron für die Desinfektion von Bienenbeuten und Waben problematisch sei, weil es kein gleichwertiges Reinigungsmittel gäbe, mit dem Faulbrutsporen wirksam bekämpft werden könnten.

Ein weiteres Problem ergebe sich aus dem Baurecht, weil Bauämter Bienenkästen als bauliche Anlagen ansehen, teilweise die Aufstellung verbieten oder die Anzahl der Bienenvölker auf zwei begrenzten. Frühling bat den Minister, ein Gespräch mit dem Sozialminister zu vermitteln.

Für den Landesverband Weser Ems sprach in Vertretung des Vorsitzenden Dr. Erpenbeck. Auch dort hat es einen erfreulichen Zuwachs von Mitgliedern gegeben. Er stimmte den Ausführungen Frühlings zu.

Minister Meyer führte aus, dass etwa 16.000 ha landwirtschaftliche Fläche in Niedersachsen Blühflächen seien und für rund 10.000 ha sei der Imkerbonus in Anspruch genommen worden. Probleme mit der Bezuschussung der Honiguntersuchungen soll es zukünftig nicht mehr geben. Hinsichtlich der Reinigungsmittel (Ätznatron) wird eine Ausnahmeregelung erwartet. Sorgen bereitet der Rückgang der „Insektenmasse“ um etwa 80 %. Folge davon sei auch der geringer werdende Bestand an Vögeln und Wildtieren.

Dr. von der Ohe teilte mit, dass das Deutsche Umweltinstitut ein auf drei Jahre angelegtes Projekt „Landwirtschaft und Imker“ betreibt.

Die Rassegeflügelzüchter verstehen sich als Tierschutzorganisation und beabsichtigen eine entsprechende Satzungsänderung. Sie beklagen ebenfalls, wie auch die Rassekaninchenzüchter, Probleme mit den Bauämtern, weil Genehmigungen für Ställe versagt würden.

Minister Meyer äußerte die Überlegung, an Kleingartenvereine mit dem Vorschlag einer Satzungsänderung heranzutreten, dass in Kleingartenkolonien die Kleintierhaltung zugelassen wird.

Cord Henry Lankenau

 

Foto: Cord Henry Lankenau (von links nach rechts: Dr. Johanne Waßmuth, Jürgen Frühling, Christian Meyer, Dr. Nina Ahrens, Dr. Werner von der Ohe)