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Landesverband Hannoverscher Imker e.V.

Bienenzucht

Erfolgreich Bienen züchten

Einleitung

Ziel der Bienenzüchtung ist die Erzeugung möglichst sanftmütiger und leistungsfähiger Bienenvölker. Neben den Leistungsmerkmalen steht bei der Selektion auch die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, insbesondere die Varroatoleranz, im Vordergrund. Auf der Grundlage der Zuchtrichtlinien des Deutschen Imkerbundes arbeiten die Züchter in Züchterringen zusammen und betreiben Insel- und Landbelegstellen.

Die Züchter erfassen bei den Zuchtvölkern sowohl in der Eigenprüfung als auch auf den Leistungsprüfständen Daten zur Honigleistung, Sanftmut, Wabensitz, Schwarmneigung, Frühjahrsentwicklung und Bienengesundheit. Die Ergebnisse werden zentral ausgewertet und stehen im Rahmen der Zuchtwertschätzung interessierten Imkern zur Verfügung.

Alle Informationen zur Bienenzucht finden Sie unter www.bienenzucht.de

Aufzucht von Königinnen

Nur während weniger Monate im Ablauf des Jahres, wenn sich die Bienensaison dem Höhepunkt nähert, ist die Aufzucht von Königinnen und Drohnen erfolgreich. Zur Aufzucht von Königinnen werden Zucht- und Pflegevölker benötigt. Das Zuchtvolk ist ein gekörtes Volk mit überdurchschnittlichen, erblich gesicherten Eigenschaften. Es liefert die Eier oder jungen Maden, aus dem die jungen Königinnen herangezogen werden.

Einfluss auf die Aufzuchtbedingungen der Königinnen hat vor allem die Qualität des Pflegevolkes. Das Pflegevolk übernimmt die Pflege und Aufzucht der Zuchtlarven bis zum Schlüpfen der Königinnen. Es muss in Pflegestimmung, gesund, brutfreudig und stark sein. Für die Aufzucht der Königinnen ist es vorzubereiten. In der Regel wird es entweiselt und eingeengt. Viele, gut gepflegte Bienen auf engstem Raum garantieren eine gute Pflegestimmung und somit viele vollwertige Jungköniginnen.

Beim Umlarven werden wenige Stunden alte Larven in künstliche Weiselnäpfchen übertragen. Der Zuchtrahmen mit 20 bis 30 belarvten Näpfchen wird in eine vorbereitete Wabengasse des Pflegevolkes gegeben. Die jungen Larven werden gut mit Weiselfuttersaft versorgt. Diese erste Fressphase ist entscheidend für die Qualität der sich entwickelnden Jungköniginnen.

Am 5. Tag nach dem Umlarven sind alle Zellen im Pflegevolk verdeckelt. Vor dem Schlupf müssen sie aus dem Volk genommen und gekäfigt werden. Dies kann am 5. oder 11. Tag erfolgen, da die Zellen zu diesen Zeiten relativ unempfindlich sind. Am 12. Tag nach dem Umlarven schlüpfen die jungen Königinnen.

Voraussetzung für eine gezielte Züchtung ist die Überwachung der Paarung. Im Gegensatz zur übrigen landwirtschaftlichen Tierzucht bereitet diese in der Bienenzucht erhebliche Schwierigkeiten. Die Königinnen paaren sich in der Luft, meist auf sog. Drohnensammelplätzen. Königinnen legen bei ihren Paarungsflügen Entfernungen bis zu 5 km zurück. Um eine sichere Paarungskontrolle zu gewährleisten, werden Könginnen und Drohnenvölker isoliert auf Insel- oder Landbelegstellen aufgestellt.

Die jungen Königinnen werden bis zur Eiablage in kleinen Begattungsvölkchen untergebracht. Zur Beschickung von Belegstellen wurden spezielle Kästchen entwickelt, die nur wenige Bienen erfordern, gut isoliert sind und eine schnelle Kontrolle ermöglichen.

Auf vielen Belegstellen sind nur Einwabenkästchen zugelassen, weil durch die beidseitigen Glasscheiben Drohnenfreiheit und Eiablage leicht festzustellen sind, ohne mit den Bienen in Berührung zu kommen. Je zwei EWK werden mit entgegengesetzten Fluglöchern in isolierten Schutzkästen untergebracht.

Für die Paarung auf den Belegstellen sind genügend geschlechtsreife Drohnen erforderlich. Drohnen benötigen für ihre Entwicklung 24 Tage und erreichen die optimale Geschlechtsreife mit dem 16. Lebenstag. Eine Königin paart sich am Anfang ihres Lebens auf ihren Hochzeitsflügen mit bis zu 25 Drohnen. Bei einem Flug kommt es dabei zu mehreren Paarungen. Einige Tage nach dem Hochzeitsflug beginnt die junge Königin mit der Eiablage und legt ein neues Brutnest an.