Der Imkerverein
Ministerempfang in Verden/Aller an neuem Ort
Das traditionell seit 1992 durchgeführte Gespräch von Vertreterinnen und Vertretern des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) mit den Vertreterinnen und Vertretern der Bereiche Kleintierzucht und Imkerei fand am 17. März 2026 am neuem Ort im Jugendhof Sachsenhain in Verden/Aller statt.
Frau Ministerin Miriam Staudte war wegen der Sitzung der Länderminister verhindert an der Veranstaltung teilzunehmen. Sie wurde durch Dr. Cord Stoyke, Dr. Dirk Willem Kleingeld und Dr. Johanne Waßmuth vertreten, die Abordnungen der Imker aus den Landesverbänden Hannoverscher Imker e.V. und der Imker Weser-Ems e.V. sowie der Verbände der Rassekaninchen- und der Rassegeflügelzüchter begrüßen konnten.
Frau Dr. Waßmuth würdigte die von den Verbänden und ihren Mitgliedern im Ehrenamt erbrachte Arbeit für die Allgemeinheit und hob deren Bedeutung hervor.
Jürgen Frühling bedankte sich als Vorsitzender des Landesverbands Hannoverscher Imker e.V. für die Einladung. Sein besonderer Dank galt den Mitarbeitern des Ministeriums und des LAVES Bieneninstitut in Celle für die gute und konstruktive Zusammenarbeit in der Vergangenheit.
Jürgen Frühling sprach die Problematik mit den unverschlossenen Glascontainern an, die eine Quelle für die Verbreitung von Bienenkrankheiten, insbesondere der Amerikanischen Faulbrut, darstellen, da die Container in trachtarmen Zeiten als potentielle Futterquellen von den Bienen aufgesucht werden. Frau Waßmuth wies darauf hin, dass ML das zuständige Umweltministerium gebeten hat, hier tätig zu werden.
In Bezug auf die imkerliche Praxis sprach Jürgen Frühling die Problematik mit der Asiatischen Hornisse Vespa Valutina an. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass ihre Bekämpfung auch in Zukunft durch öffentliche Institutionen gewährleistet wird. Dr. Otto Boecking vom LAVES Bieneninstitut verwies diesbezüglich auf die Zuständigkeit der Naturschutzbehörden.
Jürgen Frühling und der Vorsitzende des Landesverbands der Imker Weser-Ems Christian Jockheck mahnten nochmals die Bestäubungsprämie an, die im Koalitionsvertrag der Landesregierung seinerzeit vereinbart wurde und als Wertschätzung der Imkerschaft für ihre Leistungen für die Allgemeinheit anzusehen ist. Sie gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass eine Umsetzung noch in der laufenden Legislaturperiode erfolgt.
Bei den Ausführungen der Vertreter der Imkerverbände spielten auch die Probleme der Verfälschung von Honig und die von einigen Naturschutzverbänden behauptete Nahrungskonkurrenzsituation von Honigbienen und Wildbienen in Naturschutzgebieten eine Rolle. Gerade in Bezug auf die Nahrungskonkurrenz wird von den Kritikern häufig mit unsachlichen bzw. unzutreffenden Behauptungen argumentiert.
Alle vertretenen Verbände bemängelten die immer mehr um sich greifende Bürokratie auf allen Ebenen.
Insbesondere an der Förderung der Verbandsarbeit aus öffentlichen Mitteln wurde Kritik geäußert.
Hierbei waren sich die Verbandsvertreter mit den Vertretern des Ministeriums darüber einig, dass eine Umstellung der Förderung aus Mitteln der EU auf solche aus dem Landeshaushalt die Sache vereinfachen würde. Insbesondere wäre zu erwarten, dass sich die erheblichen Verwaltungskosten, die letztendlich zu Lasten der geförderten Imker geht, vermindern.
Die Veranstaltung fand nach zwei Stunden mit einem gemeinsamen Imbiss, in dessen Verlauf noch interessante Gespräche geführt werden konnten, ihren Abschluss.
Verfasser: Uwe Frommhold
Foto: Lars Steenken
Foto: von links nach rechts:
Jürgen Frühling, Dr. Cord Stoke, Dr. Johanne Waßmuth,
Dr. Dirk Willem Kleingeld, Karen Lau, Renate Schulz-Sandhof,
Christian Jockheck, August-Wilhelm Schinkel Horst Schäfer;