Der Imkerverein
58. Nordhannoverscher Imkertag
Der Landesverband Hannoverscher Imker e.V. und der Kreisimkerverein Cuxhaven hatten am 15. März 2026 zum 58. Nordhannoverschen Imkertag nach Heeslingen in die Gaststätte „Zum Hollengrund“ eingeladen.
Den circa 100 erschienenen Imkerinnen und Imker sowie interessierten Gästen wurde ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm rund um das Thema Imkerei, Bienen und Honig geboten. Der Erste Vorsitzende des Landesverbandes Jürgen Frühling begrüßte die Anwesenden und gab einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr. In seiner Begrüßung wies er auf die Bedeutung des Ehrenamts für das Verbandswesen hin und dankte allen, die sich in der heutigen Zeit engagieren.
Uwe Frommhold – Vorsitzender des Kreisimkervereins Cuxhaven – eröffnete den Vortragsreigen mit seinen Ausführungen zu dem Thema „Honigertragssteigerung unter Beachtung rechtlicher Regelungen“. Er führte aus, dass die Imkerei als Teil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens durch eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen geregelt wird.
Dr. Friedrich Pohl aus Bremen zeigte in seinem kurzweiligen Vortrag zum Thema „Was zum Flugloch hereinkommt ist nicht nur Honig“ auf, wie durch Beobachtungen am Flugloch auf den Zustand des Bienenvolkes geschlossen werden kann. Er appellierte an die Anwesenden nicht nur beim Verkauf ihres Honigs mit der Regionalität des erzeugten Produkts zu werben, sondern auch selbst regional zu handeln, indem sie Bienenvölker aus der Region kaufen. Dieses ist ein Baustein zur Verhinderung der Ausbreitung von Krankheiten. Auch auf die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse ging Dr. Pohl in seinen Ausführungen ein. Hierbei wies er darauf hin, dass die Imkerschaft aus den Erfahrungen in anderen Regionen, wo der Schädling bereits eine große Verbreitung gefunden hat, lernen könnte.
Im Anschluss an die Mittagspause, die von den Anwesenden auch zu einem regen Austausch genutzt wurde, setzte Frau Martina Janke vom LAVES-Bieneninstitut Celle den Vortragsreigen fort. In ihren Ausführungen zum Thema „Deutscher Honig – Qualität auf hohem Niveau“ ging sie auf die verschiedenen Methoden der Untersuchung und Analyse von Honig ein; angefangen mit der klassischen Methode der mikroskopischen Pollenanalyse, die u.a. zur Sortenbestimmung eingesetzt wird, bis zur DNA-Analyse, die eine Vielzahl von Ergebnissen liefern kann. Sie wies jedoch darauf hin, dass die DNA-Analyse nicht ein Allheilmittel darstellt, da die entsprechenden Untersuchungen noch keine belastbaren Ergebnisse erbringen. Derzeit lässt diese Analysemethode eine noch vielfache Interpretation der Ergebnisse zu.
Mit Spannung wurde der Vortrag „Sicherung der Honigproduktion in Naturschutzgebieten“ von Herrn August-Wilhelm Schinkel, Mitglied im Präsidium des D.I.B., insbesondere von den anwesenden Imkerinnen und Imkern aus dem Landkreis Cuxhaven, erwartet, da die untere
Naturschutzbehörde Einem der Ihren das Einwandern in ein Naturschutzgebiet mit der Begründung der Nahrungskonkurrenz zu Wildbienen untersagt hatte. Herr Schinkel, der als ausgewiesener Experte in Bezug auf dieses Thema gilt, belegte durch ausgewählte Beispiele, dass Honigbienen und Wildbienen aus den unterschiedlichsten Gründen nur sehr eingeschränkt als Nahrungskonkurrenten anzusehen sind. Nahrungskonkurrenz gibt es nicht nur unter Bienenarten, sondern findet seit Jahrmillionen auch in anderen Bereichen der Natur statt. Sie ist unter anderem nach Auffassung vieler Wissenschaftler als einer der Motoren der Evolution anzusehen.
Der Rückgang der Insektenpopulationen im Allgemeinen und der der Wildbienen im Besonderen ist in erster Linie auf den Umgang der Menschen mit der Umwelt zurückzuführen.
Der nächste Nordhannoversche Imkertag findet am 21. März 2027 ebenfalls in Heeslingen statt und wird vom Kreisimkerverein Harburg ausgerichtet.
Verfasser: Uwe Frommhold
Beitragsbild, von Isabella Lange.
Zu sehen sind von links nach rechts: Stefanie Ludewig, René Golm, Uwe Frommhold, J. F., August-Wilhelm Schinkel, Martina Janke, Dr. Friedrich