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Landesverband Hannoverscher Imker e.V.

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Andrea Plambeck

52. Nordhannoverscher Imkertag

Der diesjährige Nordhannoversche Imkertag würde vom Kreisimkerverein Harburg ausgerichtet und fand am Sonntag den 19.3.2017 im Schützenhaus in Tostedt statt. Neben einer kleinen Verkaufsausstellung hatte man interessante Referenten eingeladen.

Der Vorsitzende des Landesverbandes Hannoverscher Imker, Jürgen Frühling, eröffnete den 52. Nordhannoverschen Imkertag. Er begrüßte die über 250 Imkerinnen und Imker und begann mit einem Jahresrückblick. So gab es einen Mitgliedergliederzuwachs auf jetzt 7.254 Imkerinnen und Imker, 6.500 Teilnehmer an Schulungen und auch einen Anstieg der Auszubildenden am Laves Institut für Bienenkunde auf 50. In diesem Zusammenhang dankte Herr Frühling den ehrenamtlichen in den Vereinen bei der Unterstützung, die Flut von Neuimkern aufzufangen. In seinem Rückblick erinnerte er an die Problematik von Glyphosat und PAs im Honig. Die Einführung des „Bienenstöcke Registrierungs-Gesetztes“ konnte verhindert werden und das Blühstreifenprogramm weiter vorangebracht werden. Zum Schluss wünschte er allen einen erfolgreichen Start in die Bienensaison, gerade weil die Völkerverluste in 2017 noch höher seien als im Vorjahr.

Der Vorsitzende des ausrichtenden KIV Harburg, Clemens Tandler, übernahm das Wort und gab nach einer Begrüßung einen kurzen Überblick über den Ablauf.

Angekündigt wurde Frau Löwer, Geschäftsführerin des DIB, Wulf-Ingo Lau, Bienenzuchtberater von Celle und nach einer Mittagspause Dr. Jens Radtke vom Länderinstitut für Bienenkunde aus Hohen Neuendorf.

Herr Tandler stellte den Züchterring Niederelbe mit seiner Küstenbelegstelle in Neuenhof vor. Im vergangenen Jahr hatte ein neuer Vorstand den Züchterring übernommen. Die ehemalige Rassebelegstelle wird auf eine Linienbelegstelle umgestellt werden, so dass dort eine gezielte Anpaarung mit Zuchtwertschätzung möglich ist. Bei den 20 aufgestellten Begattungsvölkern wurde großen Wert auf eine gute Varroatoleranz gelegt. Die Belegstelle ist an 3 Seiten durch Wasser abgesichert wodurch sie mit einer Inselbelegstelle vergleichbar ist. Der neu aufgestellte Züchterring plant Schulungen zum Thema Zucht, mit dem Schwerpunkt Praxis und Unlarvveranstaltungen anzubieten. Aus 4 eigenen Prüfständen steht hervorragendes Material zur Verfügung.

Als erste eingeladene Referentin sprach Frau Löwer über das Thema „Honig im DIB-Glas“. Zunächst aber zeigte sich Frau Löwer, die zum ersten Mal auf dem Nordhannoverschen Imkertag war, erfreut über die hohe Beteiligung. Die Geschäftsführerin des DIB gab einen historischen Abriss über Entstehung und Weiterentwicklung des DIB Gewährstreifen und Glases. In seiner heutigen Form muss die DIB-Warenzeichensatzung eingehalten werden. Name des Erzeugers und MHD müssen angegeben sein, während man auf die Sortenbezeichnung verzichten kann. Ohnehin gibt nur eine Untersuchung Sicherheit, welche Sorte wirklich angegeben werden darf. Das MHD kann jeder Imker selbst festlegen muss es aber Tag genau angeben, um von der Loskennzeichnung entbunden zu sein. Frau Löwer wies darauf hin, dass das abgefüllte Gewicht stimmen muss. Bei Kontrollen gab es leider häufig Beanstandungen wegen Unterschreitung der Mindestfüllmenge.

Zum Thema „Mittelwände kaufen ist Vertrauenssache“ hielt Wulf-Ingo Lau einen Vortrag der auf die aktuellen Wachsverfälschungen einging. Herrn Lau appellierte an die Imker, zukünftig Anforderungen an handelsübliche Mittelwände zu stellen und nicht nur nach dem Preis zu wählen.

Sichere Kennzeichnungen für Bienenwachs gibt es nicht und Wachsverfälschungen gab es schon immer. Wenn man seine Mittelwände nicht selber gießen will, muss man sich einen Hersteller oder Umarbeiter seines Vertrauens suchen.

Im Anschluss an die Mittagspause folgte ein sehr interessanter Vortrag über die Hohen Neuendorfer Betriebsweise, die als Erfolgsrezept im Zeitalter der Varroa Milbe gilt. Dr. Radtke, der zu diesem Thema auch ein Buch veröffentlicht hat, stellte die Betriebsweise vor. Durch einmalige (wahlweise auch zweimalige) komplette Brutentnahme kommt es zu einer erheblichen und frühzeitigen Reduktion der Varroa Milbe, dabei gibt es keinen wesentlichen Ertragsverlust. Als Nebeneffekt erhöht man dadurch seinen Völkerbestand (oder verkauft die Völker) und hat zusätzliche junge Königinnen. Die sehr gelungene Veranstaltung endete mit einer kurzen Fragestunde an Herrn Dr. Radtke.

Andrea Plambeck

 

Foto: (Dr. Reinhold Hergemöller) von links nach rechts: Wulf-Ingo Lau, Jürgen Frühling, Barbara Löwer, Clemens Tandler