Der Imkerverein
23. Hannoverscher Imkertag am 01.03.2026
Zum ersten Mal fand der Hannoversche Imkertag in der Scheune des Isernhagenhofs in Isernhagen FB statt. Ein für diesen Zweck ideales Ambiente.
Neben den vier Referenten:innen boten die Fa. Möller Imkereigerätschaften (heute vor 40 Jahren war die Geschäftseröffnung), das Christliche Jugenddorf Salzwedel Rähmchen und andere Holzarbeiten und die Schaumburger Bienenwachsmanufaktur ihre Dienstleistungen für den eigenen Wachskreislauf an. Im Außenbereich hatte die Gärtnerei Immengarten Bernhard Jaesch einen Verkaufsstand aufgebaut.
Die Themen an diesem Tag waren vom Bienenwachs über die angebliche Nahrungskonkurrenz zwischen Wildbiene und Honigbiene, der Genetik bei den Bienen mit einem kurzen Einblick in BeeBreed.eu (Zuchtwertschätzung bei Honigbienen) bis hin zur Populationsschätzung bei Bienenvölkern.
Nach einem Grußwort des Bürgermeisters der Gemeinde Isernhagen, Tim Mithöfer, der die volkswirtschaftliche Bedeutung der Honigbiene als Bestäuberin von Kultur- und Wildpflanzen herausstellte, ging es mit dem ersten Referenten weiter:
Dr. Matthias Schlörholz referierte über die Vorteile, den eigenen Wachskreislauf aufzubauen, ist man dadurch doch unabhängig vom Weltmarkt, auf dem immer wieder bei unseriösen Händlern Verfälschungen von Wachs auftreten.
Dr. Melanie von Orlow ist als Biologin, Vorsitzende des NABU Landesverband Berlin und gleichzeitig Vorsitzende des Imkerverband Berlin um eine ausgewogene Beurteilung der Frage bemüht, ob es eine Konkurrenz zwischen Wild- und Honigbienen gibt. Die Honigbiene gehört genauso in unser Habitat wie die Wildbienen, Käfer oder Schmetterlinge. Nach ihrer Recherche ist es so, dass sich Honigbienen und Wildbienen, insbesondere bei der Bestäubung, gut ergänzen.
Dr. Gertje Petersen, die seit 2023 die Leitung des Instituts für Bienenkunde Celle innehat, berichtete, dass Zucht/Selektion immer zu einer genetischen Verengung führt, die allerdings gewollt ist. Ansonsten wäre keine genetische Verbesserung möglich. Auch die „Landbiene“ verbessert sich, da durch die Drohnen der geprüften Reinzuchtvölker die „guten“ (gewollten) Eigenschaften in die Fläche getragen/geflogen werden. Es ist wichtig, dass in einer engen Nachbarschaft Bienen gehalten werden, die friedfertig sind und einem nicht gleich nach dem Leben trachten. Horst Schäfer zeigte auf der Seite BeeBreed.eu, wie jede Imkerin und jeder Imker sich Leistungsdaten von bestimmten Königinnen heraussuchen kann, um gezielt Zuchtstoff für die eigene Imkerei auszuwählen.
Dr. Pia Aumeier referierte einmal mehr, wie man durch „Zählen“ nicht im Blindflug imkert. Durch Populationsschätzungen nach der Liebefelder Schätzmethode, entwickelt in der Schweiz, lässt sich sehr gut die Entwicklung von Bienenvölkern beurteilen, insbesondere wenn die Menge der Brut mit der Befallsentwicklung der Varroa in Zusammenhang gebracht wird. Stark brütende Völker haben in der Regel mehr Varroen im Volk als schwach brütende Völker. Es gilt, die Schadschwelle zu erkennen, aufgrund derer zielgerichtet die Varroabekämpfung durchgeführt werden kann. Dabei ist es existentiell, dass ab August/September gesunde Winterbienen aufgezogen werden, die nicht durch Varroa parasitiert sind. Hier gehören auch Biotech-Methoden wie Teilen und Behandeln zum Werkzeugkasten.
Horst Schäfer, 1. Vorsitzender KIV-Hannover
Von links: Horst Schäfer, Jürgen Frühling, Tim Mithöfer, Klaus Möller, Siegfried Neske
Dr. Melanie von Orlow